Fünf einfache Schritte zur Überwachung der Lieferkettenfunktionalität

Ist die aktuelle Leistung Ihres Lieferkettennetzwerks optimal? Wie beurteilen Sie Netzwerkleistung, finden heraus, welche Zahlen wichtig für Sie sind und was diese bedeuten?

Man muss kein Datenexperte sein, um Fragen wie diese zu beantworten. Man muss auch keine Kenntnisse in höherer Mathematik besitzen oder die Feinheiten der Erstellung komplexer Modelle kennen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wann man die Expertise eines Beraters benötigt.

Stellen Sie sich einen Allgemeinarzt vor, der die Vitalfunktionen eines Patienten überwacht und Heilmittel verschreibt, wenn die Überwachungsergebnisse auf eine Krankheit hinweisen. Wenn es sich um eine ernste Krankheit handelt oder tiefgreifende Kenntnisse einer bestimmten Kondition erforderlich sind, wird der Allgemeinarzt den Patienten wahrscheinlich an einen Spezialisten überweisen.

Lernen Sie fünf Grundlagen von Lieferketten kennen, die jeder Manager regelmäßig analysieren und zur Dokumentation der Lieferkettenfunktionalität nutzen kann.

  1. Verfügen Sie über die richtigen Kennzahlen? Kennzahlen zeigen die Performance Ihrer Lieferkette – vorausgesetzt, es sind die richtigen für den jeweiligen Zweck. Nicht geeignete Kennzahlen können ein falsches oder unvollständiges Bild der Lieferkettenperformance darstellen. Zuerst müssen wir Ihre Prioritäten kennen und Zielvorgaben für Ihre Lieferkette festlegen. Ist zum Beispiel Kostenminimierung das übergeordnete Ziel oder ist die Maximierung der Servicelevels – oder eine Kombination aus beidem – wichtiger? Zweitens müssen wir wissen, welche Kennzahlen die Performance in Bezug auf diese Zielvorgaben am besten aufzeigen. Es stehen viele zur Auswahl, ja nach den Informationen, die Sie benötigen. Wie viel geben Sie aus, um 100 kg Fracht zu bewegen? Wie hoch ist die Nutzungsrate Ihres Lagers und welche Lieferzeiten haben Sie? Wie hoch ist die Frachtannahmequote Ihres primären Transporteurs? Es gibt Beispiele für Kennzahlen, die Ihre Zielvorgaben unterstützen oder nicht unterstützen.
  2. Vergleichen Sie Ihren Betrieb anhand der ausgewählten Kennzahlen Es gibt zwei Haupttypen von Vergleichswerten: Interne und externe. Interne Vergleichswerte beziehen sich auf Aktivitäten innerhalb der vier Wände Ihres Unternehmens. Es ist wichtig, Ihre Analysen einzusetzen, um realistische Erwartungen festzulegen. Zum Beispiel könnte es wünschenswert sein, sich eine LKW-Auslastung von 100 % zum Ziel zu setzen, aber die Art und Weise, wie Ihre Logistikfunktion strukturiert ist oder die Art Ihres Geschäftsmodells und Ihrer Märkte könnten aufzeigen, dass 80 % Auslastung ein realistischeres Ziel wären. Externe Vergleichswerte beziehen sich auf die Welt außerhalb Ihres Unternehmens. Was passiert in der Branche in den wichtigsten Bereichen wie zum Beispiel Frachtraten pro Kilometer und Transportausgaben? Der Markt stellt verschiedene Arten von Berichten und Datenbanken zur Verfügung, mit deren Hilfe Sie Ihre Lieferkette vergleichen können. Das Wichtigste dabei ist jedoch, diejenigen auszuwählen, mit denen Sie die richtigen Erwartungen festlegen können.
  3. Kontinuierliche Überprüfung der Konformität In welchem Maß ist der Betrieb Ihrer Lieferkette mit den Performancekriterien konform, die Sie erstellt haben? Was ist zum Beispiel der Unterschied zwischen den von Ihnen ermittelten Zielvorgaben für die Kosten pro Kilometer und den tatsächlich erreichten Kosten pro Kilometer? Sie haben einen Vertrag mit einem neuen Transportmanagementsystem- (TMS) Anbieter geschlossen. Wie viele Lieferanten nutzen die automatisierten Funktionen des TMS und wie viele nutzen nach wie vor manuelle Systeme, um Aufträge nachzuverfolgen? Wenn die tägliche Performance nicht mit Ihren Anforderungen Schritt halten kann, müssen Sie die grundlegenden Ursachen finden, indem Sie alle beteiligten Akteure befragen. Beheben Sie die Probleme, bis Sie die tatsächliche Performance wieder richtig ausgerichtet haben.
  4. Eine Beobachtung der Branchentrends. Diese Analyse unterscheidet sich von der Arbeit mit externen Vergleichswerten, da sie auch die Beobachtung der großen Branchentrends beinhaltet und auf zukünftige Entwicklungen vorgreift. Stellen Sie sich zum Beispiel eine Situation vor, in der Transportkapazitäten beginnen, eng zu werden. Sie könnten daraus schließen, dass Ihre derzeitigen Zielvorgaben für Transportannahmeraten unrealistisch sind und angepasst werden müssen, wenn in drei Monaten wahrscheinlich keine freien Kapazitäten mehr vorhanden sein werden. Es ist wichtig, die relevanten Trends im Auge zu behalten, sodass Sie bei Bedarf Feineinstellungen an Ihrem Netzwerk vornehmen können. Es gibt unzählige Branchenberichte und Indizes, die Sie zu Rate ziehen können, um mit den großen Marktentwicklungen Schritt halten zu können.
  5. Werden Ihre Ressourcen umfassend genutzt? Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden Sie eine breites Sortiment an Ressourcen verwalten – von einem Logistikteam zu einem TMS und Ausrüstungsvermögenswerten wie LKWs – und ein wichtiger Indikator für die gesamte Funktionalität Ihres Betriebs ist der Umfang, in dem diese Ressourcen genutzt werden. Wie viel Zeit Ihres Teams wird voll genutzt? Vielleicht haben Sie vor kurzem ein leistungsfähiges Business Intelligence Tool als Teil einer Investition in TMS-Technologie implementiert. Wird dieses Tool mit seinem vollen Potential genutzt? Das Sortiment an Ressourcen, das überwacht werden kann, ist extrem breit, aber im Allgemeinen stehen die Mitarbeiter an erster Stelle, gefolgt von Technologie und physischen Vermögenswerten. Halten Sie die Dinge einfach. Wenn Teammitglieder 160 von 200 möglichen Stunden pro Woche produktiv arbeiten, ist die Nutzungsrate offensichtlich.

Wie gesagt, diese Analysen helfen nicht nur dabei, den täglichen Puls Ihrer Lieferkette zu überprüfen, sondern zeigen auch an, wenn die Hilfe von Experten benötigt wird. Ein Berater kann Ihnen zum Beispiel dabei helfen, die richtige Kombination aus effektiven Kennzahlen zu finden, wenn sich dies als problematisch erweist. Oder er kann für Sie eine tiefgreifende Analyse erstellen, was Sie aus bestimmten Kennzahlen lernen können.

Ein weiterer Vorteil dieses systematischen Ansatzes der Überwachung der Lieferketteneffizienz ergibt sich aus dem Umstand, dass Sie sich mit jeder Menge Daten von diesen einfachen Analysen in einer viel besseren Position befinden, um die richtigen Fragen zu stellen, wenn Sie die Zeit eines Beraters in Anspruch nehmen müssen.

Gaurav Karker – Manager of Consulting, Supply Chain Engineering