Fünf Gründe für Analysenparalyse, die Sie vermeiden können

Wie oft haben Sie das Gefühl, in Daten zu ertrinken? In der heutigen datenintensiven Arbeitsumgebung ist es für viele Supply-Chain-Profis ein bekanntes Gefühl.

Vielleicht sind Sie sich aber auch gar nicht bewusst, dass das Datenvolumen, das Sie verarbeiten, über das hinausgeht, was Sie eigentlich benötigen. Es ist eine oft gesehene Fallgrube in einer Zeit, in der die Anzahl der Datenquellen und Datenpunkte exponentiell zu wachsen scheint.

In jedem Fall kann ein Übermaß an Daten den Entscheidungsfindungsprozess zähflüssig und schwierig machen, die wirklichen Ursachen von Problemen zu identifizieren, welche die Effizienz Ihres Frachtnetzwerks untergraben. Tatsächlich schränkt ein Übermaß an Daten Ihre Fähigkeit ein, von der unglaublich analytischen Leistung moderner Transportmanagementsysteme (TMS) zu profitieren.

Das rasche Anwachsen der Datenmengen hat viele Ursachen. Hier möchte ich Ihnen fünf davon vorstellen, die nach unserer Erfahrung im Bereich Logistik besonders relevant sind:

Funktionelle Falschausrichtung Die Daten sind nicht an den spezifischen Bedürfnissen der Funktionsgruppe ausgerichtet. Zum Beispiel muss die Versandabteilung Kennzahlen wie pünktliche Lieferung und Zykluszeiten überwachen, die Beschaffung benötigt aber eine andere Kombination von Maßnahmen. Schnell verzettelt man sich mit Datenströmen, die auf der Grundlage von ungeeigneten Kennzahlen erstellt wurden. Dasselbe gilt für sekundäre Kennzahlen, die das primäre Set an Performancemaßnahmen unterstützen. Versuchen Sie, funktionsbasierte Kennzahlen zu erstellen, die mehr Klarheit schaffen und an der Gesamtstrategie ausgerichtet sind.

Vom eigentlichen Ziel abweichende Ziele Setzt man sich unrealistische oder ungeeignete Performanceziele, landet man schnell auf dem Pfad in Richtung Analysenparalyse. Eine Zielvorgabe mit zum Beispiel 98 % pünktlichen Lieferungen ist völlig in Ordnung, sofern die Zahl nach sorgfältiger Betrachtung des Marktes und Ihrer eigenen Fähigkeiten erreicht wurde. Einfach eine Zahl aus der Luft zu greifen, wird nahezu sicher unterstützende Daten generieren, die Sie gar nicht benötigen werden. Erwägen Sie, ein funktionsübergreifendes Team zu erstellen, um die Erwartungen Ihrer Kunden und Ihre Prioritäten an Ihren Performancezielen auszurichten.

Zu viele Variationen des Themas Heutzutage scheint die Anzahl an Möglichkeiten, wie Sie Daten auseinander nehmen können, unbegrenzt. Einerseits bieten sich dadurch riesige analytische Vorteile, andererseits kann die Qual der Wahl den Anwender dazu verleiten, Berichte zu bestellen, die größtenteils redundant oder doppelt vorhanden sind. Richten Sie alle Akteure an einer Version der Wahrheit aus und legen Sie die Methoden zur Berechnung der Kennzahlen offen. Pünktliche Lieferung kann beispielsweise auf mehrere Arten berechnet werden, unter anderem auf die Minute genau oder mit einem 15-Minuten- oder Stundenfenster oder auf einem Kriterium der Sorte:„Ein Tag früher ist spät“ basierend.

Organisatorische Fragmentierung Bei der Einführung eines TMS ist es für den Systemanbieter zur Routine geworden, sich mit dem Spediteur hinzusetzen und auszuarbeiten, welche Art Daten vom Unternehmen benötigt werden. Wenn jedoch zahlreiche Standorte über mehrere Länder hinweg in das TMS aufgenommen werden müssen, kann sich dies schnell zu einer echten Herausforderung entwickeln. Eine Aufstellung, welcher Außenposten welche Daten benötigt, nimmt mehr Zeit in Anspruch, aber das TMS wird unter Umständen schon in Betrieb genommen, bevor dieser Prozess abgeschlossen ist. Planen Sie, standardisierte Scorekarten über Standorte hinweg zu erstellen und funktionsbasierte Kennzahlen zu nutzen, um Klarheit zu schaffen.

Fehlendes Verständnis TMS Business Intelligence (BI) Tools sind sowohl in Bezug auf Umfang als auch in Bezug auf Komplexität immens gewachsen und bieten Anwendern analytische Fähigkeiten, die vor fünf Jahren noch nicht vorhanden waren. Allerdings kann es schwierig sein, mit diesen Entwicklungen Schritt zu halten, und einige Tools werden eventuell nicht richtig oder nicht mit ihrem vollen Potential genutzt. Anwender verwenden beispielsweise mehr Zeit für das analytische Gewichtheben als erforderlich, weil sie nicht alle Fähigkeiten eines BI Tools ausreichend nutzen. Beginnen Sie einfach und arbeiten Sie dann daran, langfristig mehr Komplexität zu integrieren.

Diese Liste ist bei weitem nicht vollständig, aber wenn Sie alle oder einige dieser Probleme angehen, wird es Ihnen einen schärferen Fokus auf die Daten bringen, die den Lebensnerv der Entscheidungsfindung darstellen.

Wenn Ihnen zurzeit zu wenige Daten über die Performance Ihres Frachtnetzwerks zur Verfügung stehen und Sie diese Lücke füllen wollen, wird es für Sie hilfreich sein, diese Probleme zu kennen. So können Sie es vermeiden, mit Fakten und Zahlen überladen zu werden, die Sie eigentlich gar nicht benötigen. Vielleicht erwägen Sie ein Outsourcing dieser Last des Datenmanagements an ein externes Unternehmen – als Teil einer Vereinbarung über ein verwaltetes TMS.

Die Fallgruben, die zu Analysenparalyse führen, können in einem wichtigen Rat beschrieben werden: Schaffen Sie sich ein Verständnis Ihrer Logistikstrategie und der Fähigkeiten Ihrer Organisation in Bezug auf ihre Technologie und ihre Mitarbeiter und stellen sie sicher, dass Ihre Kennzahlen an allen drei genannten Faktoren ausgerichtet sind.

Glenn Koepke – Director, Operations